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Paukenschlag bei Landesmeisterschaft: Rittmeier gewinnt Gold und löst DM-Ticket, Brachmann holt Bronze im Siebenkampf

Sensationeller Siebenkampf: Lena Rittmeier (links) ist neue Hessenmeisterin und qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften. Emma Brachmann (beide SV Espenau) gewinnt mit Bronze ihre erste Medaille auf Landesebene. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Sensationeller Siebenkampf: Lena Rittmeier (links) ist neue Hessenmeisterin und qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften. Emma Brachmann (beide SV Espenau) gewinnt mit Bronze ihre erste Medaille auf Landesebene.

Für eine Sensation sorgten zwei Nachwuchstalente aus Espenau bei den am vergangenen Wochenende in Kassel ausgetragenen Hessischen Mehrkampfmeisterschaften. In der Altersklasse W14 drehte Lena Rittmeier (LG Reinhardswald / SV Espenau) nach einem bitteren vierten Platz im Vierkampf an Tag 1 noch einmal mächtig auf und krönte sich an Tag 2 mit einem am Ende deutlichen Vorsprung zur neuen Landesmeisterin im Siebenkampf. Und das noch nicht genug: Mit einer Pulverisierung ihrer bisherigen persönlichen Bestleistung überbot Lena mit 3.458 Punkten als bisher einzige hessische Athletin ihrer Klasse sogar die vom DLV geforderte Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften Ende August in Hannover. Lag sie vor dem abschließenden 800m-Lauf noch gleichauf mit Top-Favoritin Lawen Maiello (TLV Eichenzell), demonstrierte Lena über die zwei Stadionrunden ihre läuferische Stärke und hatte im Ziel etwa 30 Sekunden und 100 Punkte Vorsprung.

 

Auch Lenas Vereinskameradin Emma Brachmann (W15) beendete den ersten Tag auf einem undankbaren vierten Platz im Vierkampf – eine Platzierung, mit der Emma sich bei Landesmeisterschaften bestens auskennt. Das zeigt die Statistik der letzten drei Jahre: Ganze fünf Mal schnupperte die Espenauerin am Edelmetall und landete doch jedes Mal auf dem vierten Platz. Jetzt also schon die sechste „Holzmedaille“ und die Frage, ob es auch im Siebenkampf wieder einmal „nur“ zu Rang vier reichen würde? Nein. Emma behielt am zweiten Wettkampftag die Nerven, nutzte die Gunst der Stunde und lief über die 800m zu einer souveränen Bronzemedaille hinter Lokalmatadorin Ella Becker (LAV Kassel) und der Top-Siebenkämpferin Ada Spohn (TG Sachsenhausen). Wir blicken zurück auf die Chronologie eines ereignisreichen Wochenendes im Auestadion.

 

Tag 1 – Samstag, 16. Mai 2026:

Es ist ungemütlich kalt in den Morgenstunden, als die Athletinnen ihr Aufwärmprogramm abspulen. Für die Landesmeisterschaften im Vierkampf (100m, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen) sowie im Siebenkampf (zusätzlich 80m Hürden, Speerwurf, 800m) haben sowohl in der Altersklasse W14 als auch W15 mehr als 20 bzw. 15 Teilnehmerinnen gemeldet. Den Auftakt machen die Mädchen der W14 im Hochsprung – für Lena zuletzt eine Wackeldisziplin. Nach ihren 1,36m von den Nordhessischen Meisterschaften in Obersuhl (wir berichteten) fasste sie wieder etwas mehr Vertrauen und schaffte mit 1,41m im letzten Versuch zumindest eine neue Saisonbestleistung. Mit diesem Ergebnis reiht sich die Espenauerin vorerst im Mittelfeld ein. Als zweite Disziplin stand das Kugelstoßen auf dem Plan: Hier zeigte sich Lena stark verbessert und stellte mit 9,83m im letzten Versuch eine neue persönliche Bestleistung auf. Nur zwei Athletinnen waren in dieser Disziplin besser als sie.

 

Hellwach zeigte sich Lena im anschließenden 100m-Sprint. Vom Start weg hielt sie sich dicht hinter den Top-Sprinterinnen und kam in 13,58s in den Bereich ihrer vor Wochenfrist aufgestellten Bestleistung (13,51s). Die letzte Disziplin des ersten Tages war für die W14 der Weitsprung. Obwohl Lena bei keinem der drei Versuche das Absprungbrett optimal traf, sammelte sie mit 4,80m viele Punkte und lag in der Endabrechnung des Vierkampfes mit 1.955 Punkten auf Rang drei hinter Lawen Maiello und Tessa Pitz (TSV Kirchhain). Während sich die Espenauerin bereits über die erste Medaille an diesem Wochenende freute, nahm das Drama seinen Lauf. 

 

Aufgrund einer fehlerhaften Auswertung eines 100m-Laufs bekam Frieda Auerbach (Hünfelder SV) berechtigterweise einen Wiederholungslauf zugesprochen. Einsam sprintete sie vor der Haupttribüne die 100m zum zweiten Mal an diesem Tag und jubelte im Ziel über die dann korrekt erfasste Zeit von 13,05s. Mit diesem Ergebnis sprang die Hünfelderin im Klassement auf den Bronzerang und Lena rutschte um 10 Punkte auf Rang vier ab.

 

Mit einer ähnlich knappen Entscheidung startete Emma in der W15 im Weitsprung in ihren ersten Wettkampftag. Lediglich um eine Fußspitze übertreten, wurde der erste Versuch vom Kampfgericht für ungültig erklärt. Schade, denn dieser war ihr besonders gut gelungen und sah nach einer Bestweite um die 5,30m aus. In den folgenden beiden Versuchen verschenkte die Espenauerin dann jeweils knapp eine Fußlänge am Brett, sodass sie sich mit einer Wertung von 4,99m zufriedengeben musste, die aber nahe an ihrem bisherigen Hausrekord liegt. Im Kugelstoßen folgte ein weiterer Dämpfer, denn hier mochte Emma nicht in den Wettbewerb hineinfinden. Mit 7,95m im dritten Versuch kam sie zwar noch einmal dicht an die Acht-Meter-Marke heran, blieb aber etwa einen Meter unter ihren Möglichkeiten. 

 

Mit guten 13,44s über die 100m (PB: 13,22s) verbesserte sich Emma in der Gesamtwertung und kam einen Schritt näher an die Medaillenränge heran. Der Hochsprung markierte den Abschluss des ersten Wettkampftages und des Vierkampfes in der W15. Hier zeigte die Espenauerin die mit Abstand beste Leistung und schnappte sich in neuer persönlicher Bestleistung von 1,53m sogar den Disziplinsieg gegen Spezialistin Johanna Höhn (LG Eppstein-Kelkheim). Doch durch die ebenfalls guten Leistungen von Johanna (1,53m), Ada (1,50m) und Ella (1,44m) blieb für Emma mit 1.981 Punkten „nur“ der vierte Platz im Vierkampf.

 

 

Tag 2 - Sonntag, 17. Mai 2026:

Neuer Tag, neues Glück. Die Sonne scheint und die Stimmung im Stadion ist gut. Am zweiten Wettkampftag beginnen die Siebenkämpferinnen der Altersklassen W15 und W14 mit Speerwurf. Als amtierende Nordhessische Meisterin in dieser Disziplin befördert Emma gleich im ersten Versuch das 500g schwere Gerät auf gute 28,39m und damit nah an ihre Rekordweite aus Borken. Nur Ada und Maja Klöß (ASC Darmstadt) wussten diese Weite zu übertreffen. Wenig später katapultierte Lena den Speer ebenfalls im ersten Versuch auf eine neue persönliche Bestleistung von 27,73m und war damit Zweitbeste hinter Lia Bermbach (LC Mengerskirchen). Entscheidend aber war, dass die 30-Meter-Werferin und Führende im Klassement Maiello alle drei Versuche für ihre Verhältnisse "versemmelte". So musste sich die Athletin aus Eichenzell mit gerade einmal 22,71m abfinden und büßte damit rund 50 Punkte Vorsprung auf die nun mit großen Schritten aufholende Espenauerin ein. 

 

Endgültig in die richtige Bahn auf dem Weg zu Bronze bzw. Gold fanden Emma und Lena mit dem Hürdensprint. Während Emma neben ihrer Zeit von 13,15s von dem Ausstieg der bis dahin drittplatzierten Johanna Höhn profitierte, hatte Lena mit ihren bärenstarken Vorleistungen die deutlich besseren Karten gegen Maiello. Mit einem Glanzlauf in 12,53s holte sie nicht nur den Disziplinsieg, sondern machte auch weiter Punkte gegenüber der Konkurrenz gut. 

 

Zum Abschluss des Siebenkampfes ging es für Emma auf dem Bronzerang liegend und Lena als Führende nochmal richtig "rund". Über die 800m boten beide eine kämpferische Leistung und liefen in starken 2:38,99min (Lena) bzw. 2:46,13min (Emma) eindrucksvoll auf die Medaillenränge. Nach der Endabrechnung stand fest: Lena gewinnt den Siebenkampf in der W14 mit sensationellen 3.458 Punkten und erfüllt damit die Qualifikationsnorm des DLV für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften Ende August in Hannover. Zugleich grüßt die Espenauerin aktuell von Rang neun (!) der aktuellen DLV-Jahresbestenliste im Siebenkampf ihrer Altersklasse. Freundin und Vereinskameradin Emma sicherte sich in der Gesamtwertung der W15 die hochverdiente Bronzemedaille nach sieben Disziplinen mit persönlich besten 3.418 Punkten. Auf die weiteren Plätze hatte sie letztlich einen deutlichen Vorsprung von etwa 140 Zählern.

 

Hessens beste Siebenkämpferin in der W14 heißt Lena Rittmeier (3.v.l.) und kommt vom SV Espenau. Hier strahlt Lena über Gold und die geglückte DM-Norm bei der Siegerehrung.

 

"Emma und Lena haben heute puren Kampfgeist bewiesen und waren in der Lage, ihre für sie etwas enttäuschenden Ergebnisse vom Vortag abzuhaken. Als sich die Tür öffnete, waren beide zur Stelle und liefen zur Höchstform auf. Genau das ist das Entscheidende im Siebenkampf - es läuft selten in allen Disziplinen optimal und deshalb muss man den Blick stets nach vorn richten. Ich freue mich riesig über die sensationellen Ergebnisse der beiden Athletinnen und blicke gespannt auf die nächsten Herausforderungen in dieser Saison." So lautet das Fazit vom Espenauer Coach Simon Paulus, der Emma und Lena am Wochenende bei ihrem Wettkampf betreute.

 Endlich Edelmetall: Emma Brachmann (5.v.l., SV Espenau) erkämpfte sich mit Bronze ihre erste Einzelmedaille bei Landesmeisterschaften. 

Ergebnisse des ersten Wettkampftages (16.05.2026)

 

Vierkampf W14 (Top 5):
RgAthletinVereinErgebnis
1Lawen MaielloTLV Eichenzell2.015 Punkte
2Tessa PitzTSV Kirchhain1.972 Punkte
3Frieda AuerbachHünfelder SV1.965 Punkte
4Lena RittmeierSV Espenau1.955 Punkte
5Lotta RothTLV Eichenzell1.948 Punkte
 
Vierkampf W15 (Top 5):
RgAthletinVereinErgebnis
1Ella BeckerLAV Kassel2.039 Punkte
2Ada SpohnTG Sachsenhausen2.023 Punkte
3Johanna HöhnLG Eppstein-Kelkheim2.007 Punkte
4Emma BrachmannSV Espenau1.981 Punkte
5Leni Luce FuhrmannLAV Kassel1.910 Punkte

 

Ergebnis nach dem zweiten Wettkampftag (17.05.2026)
Q-DM: Qualifikationsnorm für Deutsche Meisterschaft erfüllt
 
Siebenkampf W14 (Top 5):
RgAthletinVereinErgebnis
1Lena RittmeierSV Espenau3.458 Punkte Q-DM
2Lawen MaielloTLV Eichenzell3.340 Punkte
3Carla BrockmannSG Enkheim3.310 Punkte
4Lotta RothTLV Eichenzell3.305 Punkte
5Mia SperlingEintracht Frankfurt3.302 Punkte
 
Siebenkampf W15 (Top 5):
RgAthletinVereinErgebnis
1Ella BeckerLAV Kassel3.616 Punkte Q-DM
2Ada SpohnTG Sachsenhausen3.528 Punkte
3Emma BrachmannSV Espenau3.418 Punkte
4Maja KlößASC Darmstadt3.280 Punkte
5Leni Luce FuhrmannLAV Kassel3.257 Punkte

 

Aktuelle Deutsche Jahresbestenliste im Siebenkampf der W14 (Stand 26.05.2026) laut Deutschem Leichtathletik Verband (DLV):

 

RgAthletinVereinErgebnis
1Anni MarcardVfL Sindelfingen3.824 Punkte Q-DM
2Heidi SchindlerTV Oberndorf3.694 Punkte Q-DM
3Lotte SchulzeSC Rönnau 743.645 Punkte Q-DM
4Antonia WasielewskyTV Kalkum-Wittlaer3.581 Punkte Q-DM
5Marie-Sophie ZapletalSC Potsdam e.V.3.570 Punkte Q-DM
6Matilda Marie MaierSG Dettlingen/Donau3.554 Punkte Q-DM
7Martina ScurittiTS Herzogenaurach3.533 Punkte Q-DM
8Victoria OttoTV Kalkum-Wittlaer3.477 Punkte Q-DM
9Lena RittmeierSV Espenau3.458 Punkte Q-DM
10Olivia AltmannSuS Oberaden3.423 Punkte

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